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Wie groß sollte die Dachneigung eines Pultdachs sein

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Abschn. 1. Begriff des Pultdachs

Noch vor kurzer Zeit wurden Pultdächer im privaten Hausbau vor allem für Holzschuppen, Scheunen, Garagen und andere Wirtschaftsgebäude verwendet. Nun hat sich das plötzlich geändert. Projekte für Landhäuser und Cottages mit Dächern dieses Typs liegen ganz vorne. Die einfache Konstruktion krönt elegant ungewöhnliche architektonische Lösungen für Hausfassaden. Deshalb zieht sie die Aufmerksamkeit auf sich und bleibt lange im Gedächtnis. Warum ist das so? Das Geheimnis liegt in den Besonderheiten dieses Bauelements. Das Pultdach gehört zum geneigten Dachtyp. Es hat in seinem Repertoire nur 1 Dachfläche. Zwei Ausführungsvarianten stehen zur Verfügung:

  • mit Dachboden;
  • ohne Dachboden. Die Konstruktion eines hölzernen Pultdachs kann mit oder ohne Dachbodenraum ausgeführt werden. Der Unterschied liegt in der Konstruktion des Dachtragwerks. Die geneigten Sparren können sich direkt auf gegenüberliegende Wände mit ausreichendem Höhenunterschied stützen, oder der Höhenunterschied wird durch das Sparrensystem selbst erzeugt. Leider werden Pultdächer bei Dachgeschossen kaum genutzt, da sie im Vergleich zu anderen Dachtypen ineffizient sind (im Dachgeschoss ergibt sich ein zu geringer Nutzraum). 1.jpg

Abschn. 2. Unterschied zwischen Pultdach und Flachdach

Das Pultdach hat nur eine Dachfläche. Außerdem ist es durch folgende Besonderheiten einzigartig:

  • es hat eine geringe Neigung zum Wasserablauf und um die Ansammlung von Schnee auf seiner Oberfläche zu verhindern. Auf spezialisierten Websites von Baufirmen findet man leicht einen speziellen Rechner für die Dachneigung eines Pultdachs;
  • es besitzt Dachüberstände zum Schutz von Fassade und Fundament;
  • das Regenwassersystem befindet sich genau am Rand des Dachüberstands des Pultdachs;
  • Pultdächer sind arbeitstechnisch weniger aufwendig als Flachdächer. 2.jpg

Abschn. 3. Welche Arten von Pultdächern gibt es?

Das Pultdach ohne Dachboden gilt zu Recht als äußerst attraktive und preisgünstige Konstruktionslösung. Es besitzt das einfachste Sparrensystem. Die Sparren können sich stützen auf:

  • Wände;
  • die Mauerlatte. Der Höhenunterschied, um den optimalen Neigungswinkel des Pultdachs zu erhalten, wird auf einfache Weise erzielt. Die Wände werden unterschiedlich hoch ausgeführt. Das ist selbst für einen Neuling im Bauwesen äußerst einfach und verständlich. Genau auf diese Wände stützen sich die Sparren. Danach erfolgt eine fachgerechte Dachdämmung. Der Ablauf ist nicht kompliziert, wichtig ist nur, die wesentlichen Etappen nicht zu verletzen:
  1. Es wird eine Dampfsperrschicht montiert;
  2. Danach die Dämmung und die Unterdeckbahn. Am besten wählt man Membranmaterialien. Sie erfüllen ihre Aufgaben effizienter und zuverlässiger;
  3. Zunächst wird die Konterlattung eingerichtet, dann die Lattung;
  4. Die gewählte Dachdeckung wird verlegt;
  5. Auf Wunsch wird von innen mit Sperrholz verkleidet und eine Endbeschichtung ausgeführt. Vergessen Sie nicht, dass die untere Fläche des Pultdachs gleichzeitig die Decke des Wohnhauses darstellt. Wenn Sie die dachbodenlose Variante einer individuellen Hauskonstruktion umsetzen möchten, müssen entweder spezielle Stützpfeiler vorgesehen oder ein Dach aus dreieckigen Fachwerkbindern in das Projekt des zukünftigen Gebäudes eingeplant werden. Die Dachbodenvariante unterscheidet sich von der vorherigen dadurch, dass sie eine gedämmte Zwischendecke besitzt. In diesem Fall liegen alle Wände auf einem Niveau. Die fachgerechte Neigung des Pultdachs in Zentimetern wird mithilfe des Giebels gebildet. Manche Planer greifen auch auf die klassische Variante mit unterschiedlich hohen gegenüberliegenden Wänden zurück. Die Dachbodendecke wird in diesem Fall auf dem Niveau der unteren Wand verlegt. Diese Konstruktion ist deshalb gut, weil Sie makellos ebene Decken in den Wohnräumen erhalten. Der Dachboden wird kalt sein, wenn Sie bereits in der Planungsphase keine wirksame Dämmung für den kalten Pultdachboden vorgesehen haben.

Abschn. 4. Konstruktive Besonderheiten

Die Konstruktion des Pultdachs erfordert die Berechnung von Parametern wie der Neigung des Pultdachs pro Meter oder dem Neigungswinkel in Grad. Berechnung und Planung des Sparrensystems sollten Sie am besten Fachfirmen übertragen. Meist werden dafür Holzmaterialien verwendet. Hier gibt es viele Feinheiten, die man nicht aus dem Blick verlieren sollte. Wählen Sie Vollholzmaterialien äußerst sorgfältig und verantwortungsbewusst aus. Sie sollte nicht unter Güteklasse 1 liegen und fachgerecht getrocknet sein. Sie kostet mehr, doch die Nutzungsdauer wird deutlich höher ausfallen. Bei der Berechnung der Sparren darf man sich bei einem Parameter wie der Gebäudespannweite nicht irren. Sie bezeichnet den Abstand zwischen benachbarten Auflagepunkten des Sparrensystems auf den Wänden. Holz ist ein flexibles Baumaterial. Deshalb kann es durchhängen. Je größer die Spannweite, desto stärker der Durchhang. Dadurch sinkt die Qualität und Tragfähigkeit des Pultdachs erheblich. Für diesen unangenehmen Vorgang gilt bei unterschiedlichen Spannweiten folgende Regel:

  • bis 4,5 m. Der Einbau zusätzlicher Stützelemente ist nicht erforderlich. Das Sparrensystem oder die Sparren selbst stützen sich direkt auf die Hauswände oder den Auflagebalken.
  • 4,6–6 m. Es müssen Streben vorgesehen werden. Auch empfiehlt sich hier ein Sparrensystem auf Basis dreieckiger Holzfachwerkbinder;
  • bis 9 m. Streben oder zusätzliche Sparrenbeine müssen in diesem Fall auf beiden Seiten jedes Sparrens montiert werden;
  • 9,1–12 m. Hier helfen nur Mittelstützen oder speziell konstruierte Stützwände. Auf der mittleren Stützwand muss dann eine Rahmenkonstruktion ausgeführt werden. Genau auf diese werden die Unterzüge oder Streben montiert. Anschließend werden sie mit den Sparren verbunden;
  • ab 12 m. Der Raum sollte in mehrere gleiche Abschnitte unterteilt werden. Stützen oder Wände mit anschließender Montage von Rahmenkonstruktionen sind vorzusehen. Nur organischer fügt sich das Pultdach in Projekte ein, bei denen die Häuser schmal sind. Bei korrekter rechteckiger geometrischer Form mit einer Spannweite von höchstens 6 m. Für breitere Gebäude sind andere Dachtypen vorzuziehen. 3.png

Abschn. 5. Berechnung und Auswahl des Neigungswinkels beim Pultdach

Die Berechnung jeder Konstruktion, insbesondere bei einem Wohngebäude, sollte mit der Erfassung des maximalen Lastwerts beginnen. Beim Pultdach müssen zusätzlich die klimatischen Besonderheiten der Region berücksichtigt werden, in der Sie leben. Alle Gebiete der Welt sind in mehrere Klimazonen unterteilt. Die Wind- und Schneelastwerte sowie die jährliche Niederschlagsmenge in den warmen Jahreszeiten unterscheiden sich. Eine fachgerechte Berechnung der Pultdachneigung muss zwingend die lokalen Schnee- oder Windlasten berücksichtigen. Sind die Windlasten erheblich, sollte die Neigung so klein wie möglich gewählt werden. Berücksichtigen Sie stets die örtliche Windrose. So erfahren Sie, aus welcher Richtung der Wind am häufigsten weht. Die untere Dachfläche muss genau auf der windabgewandten Seite angeordnet werden. Fällt in der Region das ganze Jahr über viel Niederschlag, sollte der Neigungswinkel maximal gewählt werden. Wählen Sie glatte Dachmaterialien, um die Belastung des Dachs zu minimieren und den Niederschlag effektiv abzuleiten. Bei der Berechnung berücksichtigt man den minimalen und maximalen Neigungswinkel für ein Pultdach: minimal (10–12°) und maximal (60°). Optimale Variante: 30–35°. Von diesem Wert hängt direkt die Wahl des Dachmaterials ab, unter Berücksichtigung der Massivität des Bauwerks und der Klimazone. 3.png

Abschn. 6. Beliebteste Deckungen für diesen Dachtyp

Für Pultdächer sind am gefragtesten:

  • feste Plattenmaterialien (Faserzementplatten). Der Bereich des Dachneigungswinkels variiert zwischen 22 und 50°. Bei hoher Schneelast in Ihrer Region sollte darauf besser verzichtet werden;
  • Trapezblech. Neigungsbereich: 12–20°. Ideal für schneereiche Regionen der Erde;
  • Metalldachziegel. Neigungsbereich – 30–35°. Ebenfalls geeignet dort, wo im Jahresverlauf viel Niederschlag fällt;
  • Bitumenschindeln. Neigungsbereich – 5–55°. Passend dort, wo im Jahresverlauf wenig Niederschlag fällt. Die raue Oberfläche erschwert das Abrutschen vom Dach;
  • Membran- und Bahnenmaterialien zum Aufschweißen. Neigungswinkel für Pultdächer – 22°. 4.jpg

Abschn. 7. Vor- und Nachteile von Pultdächern

Vorteile:

  • einfache Konstruktion;
  • übertragene Lastart;
  • günstige Baukosten. Nachteile:
  • ein leistungsstarkes Regenwassersystem ist erforderlich;
  • die Windrose muss unbedingt berücksichtigt werden;
  • längst nicht jedem gefallen Häuser mit dieser Dachvariante. Deshalb wählt längst nicht jeder Eigentümer ein Projekt gerade mit diesem Dachtyp. Viele bevorzugen Satteldach-Varianten. Sie verursachen weniger Probleme und wirken äußerst harmonisch.

Abschn. 13. Begriffe und Definitionen

Pultdach — ein Dach mit einer geneigten Dachfläche, die auf unterschiedlich hohe Wände oder die Mauerlatte gestützt wird. Mauerlatte — ein Auflagebalken, der oben auf der Wand verlegt wird und an dem die Sparren befestigt werden. Sparrensystem — das tragende Gerüst des Dachs, das dessen Form und Belastbarkeit bestimmt. Spannweite — der Abstand zwischen benachbarten Auflagepunkten der Sparren auf den Wänden. Lattung — eine durchgehende oder gitterartige Unterkonstruktion auf den Sparren unter der Dachdeckung. Unterdeckbahn — ein Membranmaterial, das die Dachdämmung vor Feuchtigkeit und Wind schützt und dabei dampfdurchlässig bleibt. Schneelast — das rechnerische Gewicht der Schneedecke, das bei der Planung des Neigungswinkels und der Dachkonstruktion berücksichtigt wird.